LET'S HELP THE CHILDREN OF JAMAICA e.V.

 

Die Idee und Vorgeschichte zum Projekt Jamaika
von Jörg Reiser
Während meines Studiums arbeitete ich in Granville/Montego Bay an der Sam Sharpe Lehrerausbildungsstätte, wo ich insgesamt sieben Monate verbrachte und ein Projekt über Alternativtourismus leitete. In dieser Zeit lernte ich Jamaika sehr gut kennen und fühle mich auch heute noch sehr mit dieser Insel verbunden.
Gemeinsam mit einigen Jamaikanern erarbeiteten wir Programme, um vielen Touristen sowohl die Insel als auch die Menschen näherzubringen. Einer meiner Mitarbeiter war ein Lehrer, Mr. Dougie Prout, der heute eine Versicherungsagentur in Montego Bay leitet, und zu dem nach wie vor ein sehr enger persönlicher Kontakt besteht. 

Mr. Prout (Foto links) hilft uns seit dieser Zeit als Co - Organizer vor Ort, Pakete an Bedürftige zu verteilen und ist bei allem was seine Heimat betrifft, behilflich. Während meines Aufenthaltes erlebte ich sehr viel Positives, lernte aber ebenfalls die unsagbare Not vieler Leute und speziell vieler Kinder kennen. Im Laufe der vergangenen Jahre konnte ich viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer für die Insel begeistern. 1994 war Mr. Dougie Prout aus Montego Bay zu Gast und führte ein dreitägiges Seminar über Jamaika in meiner Klasse durch.
Seit dieser Zeit besteht das Hilfsprojekt „LET‘S HELP THE CHILDREN OF JAMAICA“

Herr Prout ermöglichte auch Brieffreundschaften mit der Morrison High School in Montego Bay. Natürlich hegten viel Schüler/innen den Wunsch, einmal den persönlichen Kontakt zu suchen.
Dougie Prout besuchte mich im Sommer 1995 und wir diskutierten die Möglichkeiten einer Studienreise nach Jamaika. Nach Ausarbeitung eines Programmes, Aufstellung eines Finanzierungsplanes, Überprüfung der Flugpreise und Möglichkeiten der Unterkunft verabredeten wir mit Herrn Rektor Dieter Eberhardt einen Termin und stellten ihm die Planung und Idee des Projektes "Jamaika '96" vor.

Zielsetzung der Studienfahrt mit Schülern nach Jamaika
Nach einer intensiven Vorbereitung zur Geschichte, der politischen Situation und Problematik Jamaikas, bietet die Vorbereitung einer solchen Studienfahrt enorme Vorteile im erzieherischen Bereich:
>> Ich habe meine Schülerinnen und Schüler darauf hingewiesen, dass eine solche Reise nur mit großem persönlichen Aufwand aller Beteiligten zu bewältigen sei. Alle Jugendlichen suchten sich eine Beschäftigungsmöglichkeit, die jedoch von mir überwacht wurde. Somit wurde gewährleistet, dass jeder Schüler bzw. Schülerin sich aktiv an den Kosten beteiligte.

>> Gemeinsame Aktionen der Schüler/ innen zusammen mit den Eltern (Christbaumverkauf, Zäune streichen, etc.) sorgten dafür, dass hier schon im Vorfeld ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstand und sich alle Beteiligten gegenseitig motivierten und positiv beeinflussten.

>> Während des Aufenthaltes hatten die Schülerinnen und Schüler mehrfach die Gelegenheit, sich ein Bild über Jamaika zu machen, die Lebensgewohnheiten von Einheimischen zu erfahren, die Probleme eines Landes der Dritten Welt kennenzulernen, ihre eigenen Bedürfnisse und Ansprüche zu relativieren bzw. in Frage zu stellen.

>> Ich denke, dass eine solche Reise auch für die Mitschülerinnen und Mitschüler,Bekannte und vielleicht auch für Kolleginnen und Kollegen eine gewisse Signalwirkung hervorruft, sich mit dem Thema "Dritte Welt" intensiver auseinanderzusetzen.

>> Sich in einer für sie völlig fremden Welt zurecht zu finden, wird das Selbstbewusstsein der Schüler/innen stärken. Außerdem wird für einige der Bann gebrochen sein, in einer anderen Welt vielleicht später einmal Urlaub zu machen oder gar zu arbeiten.

>> In unserer heutigen Gesellschaft wird immer wieder das Stichwort "Toleranz" hervorgehoben. Wer Menschen mit anderer Hautfarbe persönlich kennenlernt und akzeptiert, wird dies dann mit Sicherheit auch in unser Land übertragen.

MONTEGO BAY
Montego Bay oder kurz MoBay erstreckt sich an einer Bucht in den Ausläufern der Blue Mountains. Täglich kommen hier Tausende von Urlaubern auf der Insel an, und viele von ihnen bleiben für die ganze Zeit ihres Aufenthaltes in MoBay. Durch die guten Beziehungen und Verbindungen von Mr. Dougie Prout zu Hotels, Organisationen, Busunternehmern und Privatpersonen bot es sich deshalb an, unser Quartier in MoBay zu nehmen.

Von unserem Hotel, "Hotel Belvedere" in der Gloucester Avenue, waren es ca. 200 Meter zum Eingang des schönsten Strandes (Fletcher's Beach) und ca. 1 km bis zum Stadtzentrum. Das Hotel lag schon außerhalb des  Touristenzentrums, so dass hier schon das "native Jamaika" spürbar war. Die City mit seinen ca. 80 000 Einwohnern ist ein gutes Beispiel für das pulsierende Leben einer jamaikanischen Stadt, der zweitgrößten auf der Insel.




 

Durch persönliche Beziehungen zu Mr. George Spence (Foto links), dem Eigentümer des "Belvedere" wurde der Kontakt hergestellt. Mr. Prout erläuterte ihm unsere Idee, den Hintergrund unserer Reise und die angespannte Finanzsituation unserer Gruppe. Mr. Spence machte uns daraufhin ein Angebot, dass ca. 60% unter dem Normalpreis" lag. Für das Hotel war es jedoch die größte zusammenhängende Gruppe bisher und so gab es am Anfang leichte Schwierigkeiten, die jedoch mit jamaikanischer Ruhe und hohem Engagement der Hotelleitung sehr schnell gelöst wurden und so zur Zufriedenheit aller beitrug.Das herzliche Verhalten der Angestellten führte dazu, dass alle Teilnehmer/innen sich wohlfühlten und allen der Abschied schwer fiel. Der Kommentar eines Angestellten, der genug über das Verhältnis der Gruppe und Hotelpersonal ausdrückt war:
 

"We're like a family"
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